Rede von Constanze Kobell

Constanze Kobell/ Mai 8, 2021/ Beitrag/ 0Kommentare

Da drüben, liebe Freundinnen und Freunde, da drüben war der Paulaner im Tal.

Dort gab es einen barrierefreien Zugang, sogar zum schönen Innenhof.

RollstuhlnutzerInnen konnten dort problemlos essen gehen.

Der Kaiserschmarrn war super!

Ich war mit anderen vom Behindertenbeirat gerne dort.

Gleich zu Beginn der Pandemie ging der Paulaner pleite.

Somit gibt es eine Möglichkeit weniger barrierefrei in der Altstadt zu essen.

Warum erzähle ich Euch das?

Weil ich denke, Corona-Hilfen sollten an Barrierefreiheit gekoppelt werden.

Barrierefreie Betriebe sollten zu den Corona-Hilfen noch eine finanzielle Anerkennung für Barrierefreiheit erhalten.

So können wir die wenigen barrierefreien Privat-Betriebe unterstützen.

Damit die nicht alle pleite gehen.

Wir erleben gerade eine historische Umbruchphase im Gewerbe.

Viele Betriebe müssen leider aufgeben und in den kommenden Monaten werden viele neue Betriebe in die leerstehenden Immobilien einziehen.

Hier könnte von Anfang an auf Barrierefreiheit geachtet werden.

Das gilt auch für Berg am Laim, wo ich externe Beauftragte für Menschen mit Behinderungen im Bezirkssauschuss bin.

Ich finde:

Die Stadt muss JETZT allen Gewerbetreibenden das Thema Barrierefreiheit näher bringen.

Wir haben in München fantastische Beratungsstellen für Barrierefreiheit. Dort sind Fachleute mit unterschiedlichen Behinderungen vertreten, die ganz genau wissen, wie mehr Barrierefreiheit erreich werden kann.

Und wie die rechtlichen Rahmenbedingungen sind.

Denn auch jetzt gibt es z.B. in der Bayerischen Bauordnung schon bei einigen öffentlichen Bauten Verpflichtungen zur Barrierefreiheit.

Eine Schulung über Barrierefreiheit muss für alle Gewerbetreibenden in München zur Pflicht werden.

Dann erfahren die Wirte und die Ladenbesitzerinnen, dass mehr Barrierefreiheit auch mit kleinen Mitteln zu erreichen ist. Es muss nicht immer ein teurer Lift sein.

Für einen kleinen Blumenladen tut es auch eine mobile Rampe, die Mitarbeiterinnen rauslegen, wenn jemand im Rollstuhl reinwill. So eine mobile Rampe bekommt man für 50 Euro.

Ich verlange hier nur eine Schulung.

Mehr kann ich noch nicht verlangen, denn wir haben noch keine rechtliche Verpflichtung der Privatwirtschaft zur Barrierefreiheit.

Noch nicht, aber das wird kommen! Denn es muss kommen!

Barrierefreiheit muss genauso elementar werden wie Brandschutz.

In unseren Nachbarland Österreich ist das seit 2016 Gesetz.

Dort verpflichtet das Gesetz über die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen Private Anbieter zur Barrierefreiheit.

Die Gewerbetreibenden haben dort nach Möglichkeit und Zumutbarkeit die Barrierefreiheit umgesetzt.

Eine Verpflichtung der Privatwirtschaft zur Barrierefreiheit muss auch hier kommen.

Achtet deshalb bei der kommenden Bundestagswahl darauf, welche Partei das in ihr Wahlprogramm schreibt.

Denn nur was im Wahlprogramm steht, kommt vielleicht in den Koalitionsvertrag und nur was im Koalitionsvertrag steht, wird dann hoffentlich umgesetzt.

Danke fürs Zuhören, ich bin Constanze Kobell

Constanze Kobell
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