Rede von Brigitte Ziegler beim Randgruppenkrawall-Behindertenprotest am 7.5.2021

Brigitte Ziegler/ Mai 8, 2021/ Beitrag/ 0Kommentare

Mein Name ist Brigitte, ich spreche für den Frauenverband Courage.

Vielen Dank, dass ich heute hier sprechen kann.

Zuallererst meine herzlichsten Glückwünsche an das wichtige Engagement von Patricia und ihre Mitstreiter*innen von randgruppenkrawall. Nur wenn wir laut werden, bewegt sich was!

Der Frauenverband Courage ist im Februar 30 Jahre alt geworden.

Damals schrieben wir in unser Programm:

Wir verlangen, dass gesellschaftliche Aufgaben – wie die Verantwortung für die Versorgung und die Pflege von Kindern, Alten, Kranken und Schwachen – nicht auf uns Frauen abgeschoben werden, sondern fordern eine eigenständige wirtschaftliche und soziale Absicherung.“

Gerade in der Corona-Pandemie wird uns in aller Schärfe vor Augen geführt, dass Lasten hemmungslos auf die Familien und dort meist auf die Frauen abgewälzt wird.

Das gilt für Frauen mit Handicap noch in ganz besonderem Maße – wie ein Artikel in der Frankfurter Rundschau erst vorgestern anprangerte.

In einem der reichsten Länder gibt es viel zu wenig gesellschaftliche Lösungen.

Auch für Menschen mit Behinderung, da haben wir heute schon viel gehört.

Kinder werden einfach in die Familien geschickt, wenn KiTa und Schule schließt.

Genauso war und ist es mit behinderten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.

Auch (junge) Erwachsene mit Behinderungen wurden aus Heimen und Betreuungseinrichtungen wieder in den Schoß der Familie geschickt. Im ersten Lockdown durften sie oft nicht mehr arbeiten. Für die behinderten Menschen wurden damit die hart erkämpften Schritte zur Selbständigkeit und die Tagesstruktur in Frage gestellt. Die Familien mussten schauen, wie sie zurecht kommen.

Auch wenn wir selbst schon älter sind, die lebenslange Verantwortung als Eltern bleibt. Der Alltag wird zur Gratwanderung zwischen notwendigem Schutz unserer „großen Kinder“ und Erhalt der Selbständigkeit. Eine große Herausforderung ist es mit den Ängsten klar zu kommen – denen der „Kinder“ und den eigenen. Wichtig ist der Austausch mit anderen Betroffenen, der so langsam über Videokonferenzen organisiert wird.“, so eine Courage-Frau und betroffene Mutter.

Zerreißproben in der Familie und für die Frauen ohne Ende.

Während große Betriebe Kurzarbeitergeld kassieren, gleichzeitig aber Dividenden ausschütten. Von der Rettung von Lufthansa und TUI ganz zu schweigen.

Für die Schulen, für die Behinderteneinrichtungen ist gleichzeitig kein Geld da, um zusätzliches Personal einzustellen. Um Luftfilter anzuschaffen oder zusätzliche Räumlichkeiten anzumieten. Um das soziale Leben zu ermöglichen, das Menschen mit Behinderungen genauso brauchen wie unsere Schulkinder.

Das erreichen wir, wenn wir uns zusammenschließen.

In Unserem 10-Punkte-Programm heißt es: „Wir wollen eine menschenwürdige, gerechte Gesellschaft (…) in der wir unser ganzes Leben und unsere Geschicke selbst in die Hand nehmen, in der unsere Meinung und unsere Interessen geachtet werden.“

Und das muss für alle Menschen gelten, ob Frau oder Mann oder divers, ob mit oder ohne Behinderung.

Deshalb unterstützen wir als Frauenverband Forderungen von Randgruppenkrawall.

Wir haben einige Schnittmengen mit „randgruppenkrawall“, vor allem was Frauen betrifft.

Wir sind gemeinsam für Null-Toleranz gegen Gewalt an Frauen. Immer wieder berichtete Patricia auf den Frauenpolitischen Demos am 8. März oder am Tag gegen Gewalt an Frauen, am 25.11.

Gemeinsam sind wir stark

Ich danke für eure Aufmerksamkeit.

Brigitte Ziegler
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